Lebensmittel
Die Lebensmittelindustrie ist ein wichtiger Sektor der ungarischen Wirtschaft.
Es handelt sich um einen stabilen, krisenresistenten und wirklich strategischen Sektor, der jedoch in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit und Einkommensmöglichkeiten weit hinter seinen europäischen Konkurrenten zurückbleibt. Im Rahmen des Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums werden im aktuellen EU-Finanzierungszyklus rund zwei Milliarden EUR für die Entwicklung der Lebensmittelindustrie zur Verfügung stehen, die, wenn sie richtig eingesetzt werden, endlich die Modernisierung herbeiführen könnten, auf die man seit 30 Jahren wartet.
Trotz der Herausforderungen, die durch die Coronavirus-Pandemie entstanden sind, blieb die Lebensmittelversorgung in Ungarn stabil und es konnte sogar eine Exportproduktion aufrechterhalten werden. Die Ungarischen Ausfuhren haben einen Wert von rund 10,5 Milliarden Euro und die Einfuhren von rund 7 Milliarden Euro, so dass der Sektor einen großen Beitrag zur Außenhandelsbilanz des Landes leistet.
Hinsichtlich der Exportstruktur dominieren Rohstoffexporte. Rund zwei Drittel der Ausfuhren der Ernährungswirtschaft entfallen nach wie vor auf Rohstoffe wie Getreide, Ölsaaten, Fleisch und lebende Tiere. Ein wichtiges Ziel ist es, die inländische Verarbeitung zu stärken und Produkte auf dem höchstmöglichen Verarbeitungsniveau zu verkaufen. Die wichtigsten Exportpartner Ungarns sind die Nachbarländer und Deutschland.
Trotz steigender Preise und Inflation verzeichnete der ungarische Lebensmittelmarkt eine positive Entwicklung. Die Verbraucherpreisinflation erreichte im Jahr 2022 14,5 %, während die Preise für Nahrungsmittel um 44,8 % anstiegen. Das verkaufte Volumen ging aufgrund der höheren Preise um 8,6 % zurück.
Interessanterweise haben Discounter, insbesondere Lidl, beeindruckende Fortschritte erzielt und sich mittlerweile mehr als 30 % des Gesamtmarktes gesichert. Lidl, Teil der deutschen Schwarz Gruppe, ist seit 2021 der umsatzstärkste Lebensmitteleinzelhändler in Ungarn. Zu den weiteren großen Marktteilnehmern zählen SPAR, ALDI, Tesco, Auchan und Penny sowie einheimische Lebensmitteleinzelhandelsketten wie Reál Hungária, CBA und COOP.
Ungarn ist nach wie vor ein preisempfindlicher Markt, aber nicht mehr ganz so empfindlich wie früher. In den letzten 10 Jahren hat sich ein positiver Trend abgezeichnet, und viele Menschen beginnen, sich gesundheitsbewusst zu ernähren.
Wichtige Marktteilnehmer: Bunge Zrt., Pick Szeged Zrt., Unilever Magyarorszag Kft., Lidl Magyarország Bt.
Chancen für deutsche Unternehmen:
Deutsche Unternehmen können von der Modernisierung der ungarischen Lebensmittelindustrie mit EU-Unterstützung profitieren, ihre Qualitätsreputation nutzen, um den Bedarf an hochwertigen Produkten zu decken, und durch Partnerschaften und Innovationen in einem exportorientierten Markt erfolgreich sein.
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